Was genau sollen die "natürlichen Unterschiede" heissen?

Fragen zu den natürlichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen

Kommentare

Was sind die natürlichen

Was sind die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau aus Sicht der Männerpartei? Und was sind die daraus folgenden natürlichen Stärken und Schwächen sowie Bedürfnisse ganz konkret?
Und dann frage ich mich noch, warum in diesem Satz: "Aktivitäten der
Männerpartei zielen niemals auf eine Diskriminierung nach Hautfarbe, Nationalität, Alter oder Religionszugehörigkeit ab." das Wort Geschlecht fehlt? Einfach
übersehen?

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Vielfalt und die Grenzen staatlicher Einmischung

Unser Bekenntnis zu den natürlichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen ist ein Bekenntnis zur Vielfalt. Darüber hinaus ist es auch ein Bekenntnis zur Tatsache, dass Politik nicht alles kontrollieren soll, und dass die Wissenschaft nicht alles weiß. Ich persönlich habe schon eine Vorstellung davon, wie diese Unterschiede aussehen, aber das ist nicht Teil des Parteiprogramms. Wir wollen die Menschen auch nicht deswegen unterschiedlich behandeln, weil sie natürliche Unterschiede haben, sondern im Gegenteil: Es soll gleiches Recht für Alle gelten, und wenn sich dann die Menschen unterschiedlich verhalten, weil sie eben unterschiedlich sind, sollte die Politik das respektieren. Zumindest gilt das für alle erwachsenen, mündigen Menschen.

Ein Beispiel für unterschiedliche Bedürfnisse gibt es im Schulunterricht. Mädchen entwickeln sich anders als Buben, so sind Mädchen in Mathematik zum Beispiel bis kurz vor der Pubertät besser als Buben, danach schlechter. Erst im Hochschulalter holen die Mädchen dann wieder auf, wenn überhaupt. Das bedeutet, es wäre den Bedürfnissen der Mädchen angemessen, möglichst viel Mathematik vor der Pubertät zu unterrichten, und dann vielleicht auf der Universität das nachzuholen, was sie in der Mittelschule nicht verstanden haben. Andererseits sind Buben zwischen 12 und 25 besonders talentiert für Mathematik und Technik, und diese Chance sollte gezielt genutzt werden. Der Lehrplan sollte also die Unterschiede zur Kenntnis nehmen. Wenn es dann "untypische" Mädchen gibt, können die ja auch den Buben-Lehrplan machen, und umgekehrt. Spiegelbildlich gilt diese Argumentation für Buben und Sprachen.

Die Worte "Gleichberechtigung" und "Diskriminierung" wurden während der letzten 10 Jahre leider so häufig missbräuchlich verwendet, dass es sehr schwer geworden ist, diese Begriffe zu verwenden, ohne Missverständnisse zu riskieren. Jeder versteht, was es heißt, nach der Hautfarbe diskriminiert zu werden, aber was konkret bedeutet Diskriminierung nach dem Geschlecht? Wenn heute jemand sagt, er ist gegen Diskriminierung nach dem Geschlecht, ist nicht klar, ob er gleiches Recht für alle will, oder ob er Frauenquoten will, zum Beispiel. Wir sind für wahre Gleichberechtigung, das zeigen wir in unseren Forderungen im Einzelnen. Wahre Gleichberechtigung heißt, dass es bei Erwachsenen ganz einfach gleiches Recht für Alle gibt, und daß die Hilfe und Unterstützung des Staates nur dort angewandt wird, wo es konkrete und nachweisbare Defizite des Einzelnen gibt. Wir sind gegen die "Gleichstellung" und für die individuelle Gleichberechtigung. Alle Aktivitäten der Männerpartei zielen darauf ab, dieser wahren Gleichberechtigung näher zu kommen, was das heißt, wird aus den konkreten Forderungen besser ersichtlich als aus einem Stichwort beim Bekenntnis zu den Grundrechten.

Diskussionsanstoß

Danke für Deine ausführliche Antwort. Darf ich Dir darlegen warum ich diese Wortwahl im Programm sehr kritisch sehe und damit gerne auch einen Diskussionsanstoß geben möchte.

Wenn man die Meinung vertritt, daß es natürliche Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt dann impliziert das, daß es Unterschiede gibt die die Natur (oder Gott) so vorgesehen hat. In weiterer Folge, daß es widernatürlich wäre nicht bestimmtes Verhalten oder Handeln darauf auszurichten.

Unbestritten ist natürlich, daß es natürliche Unterschiede zwischen Mann und Frau in der Reproduktion gibt. Daraus aber eine besondere Eignung für bestimmte Dinge zu ziehen ist aber fatal und hat die Männer unter anderem in diese Situation getrieben in der sie jetzt stecken.

Um eine wirkliche Wahlfreiheit für den einzelnen zu erreichen muß man sich - aus meiner Sicht - vor allem mal von dem Glauben lösen, daß es natürliche Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Solange daran geglaubt wird, daß eine Frau durch eine Schwangerschaft natürlich vorgesehen ist die Reproduktionstätigkeiten zu übernehmen werden die Männer keine Chance erhalten in diesem Bereich eine Gleichstellung, so das der einzelne möchte, mit den Frauen zu erhalten.

Daß Buben oder Mädchen für dies oder jenes in einer bestimmten Altersgruppe besser geeignet oder empfänglicher sind ist wohl in erster Linie auf das soziale Geschlecht zurückzuführen als auf das biologische.

Insgesamt glaube ich, daß sich die Männerpartei mit so einer Aussage eher selbst im Weg steht als sie nützt. Bringt sie doch nicht das zum Ausdruck was eigentlich erreicht werden soll. Eine Chancengleichheit der Geschlechter nach eigenem Willen und Wünschen.

Betreffend Diskriminierung glaube ich nicht, daß jemand der versteht was Diskriminierung nach Hautfarbe bedeutet dann Probleme damit hat was eine Diskrinierung aufgrund des Geschlechtes ist. Einen Job nicht zu bekommen nur weil man ein Mann oder eine Frau ist, wird wohl fast jeder als Diskriminierung verstehen können. Und Menschen die sich damit befassen werden dann auch Wissen, was eine strukturelle Diskriminierung eines Geschlechtes ist.

Quotenregelung ja oder nein ist gar nicht so das Thema. Dringlicher wäre es vielmehr, daß es nicht nur für Frauen Quotenregelungen gibt in den Bereichen wo Frauen unterrepräsentiert sind sondern - wenn man sich schon für Quotenregelungen entscheidet - auch in den Bereichen Quotenregelungen einführt wo Männer unterrepräsentiert sind. So zum Beispiel, daß bei gleicher Eignung als Elternteil solange der Mann den Vorzug bekommt bis die Quote erreicht ist. Da liegt die eigentliche Diskriminierung der Geschlechter. (Unter anderem)

Es ist doch seltsam wenn eine Partei die sich vor allem um die Gleichberechtigung von Mann und Frau bemüht gerade diese beiden nicht aufführt wenn es um Diskriminierung geht. Um ehrlich zu sein, das Argument, daß es vielleicht irgendwer nicht verstehen könnte finde ich nicht besonders griffig. Denn jene die wissen was das Wort Diskriminierung bedeutet denen wird das, so wir mir, auffallen und eher skeptisch machen.

Was übrigens auch fehlt ist die Diskriminierung nach sexueller Orientierung. Wenn man schon aufzählt dann sollte doch komplett aufgezählt werden.

Im Spruch "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen SEHR" ist ein Tippfehler im Programm. Und die Überschrift "Vaterschaftstest für alle" hat nicht die gleiche Formatierung.

Ich darf Dich noch auf eine gesetzliche Bestimmung hinweisen der Männer gegenüber Frauen diskriminiert. Und zwar auf das Fortpflanzungsgesetz.

§ 1. (1) Medizinisch unterstützte Fortpflanzung im Sinn dieses Bundesgesetzes ist die Anwendung medizinischer Methoden zur Herbeiführung einer Schwangerschaft auf andere Weise als durch Geschlechtsverkehr.
(2) Methoden der medizinisch unterstützten Fortpflanzung im Sinn des Abs. 1 sind insbesondere
1. das Einbringen von Samen in die Geschlechtsorgane einer Frau,
2. die Vereinigung von Eizellen mit Samenzellen außerhalb des Körpers einer Frau,
3. das Einbringen von entwicklungsfähigen Zellen in die Gebärmutter oder den Eileiter einer Frau und
4. das Einbringen von Eizellen oder von Eizellen mit Samen in die Gebärmutter oder den Eileiter einer Frau.
(3) Als entwicklungsfähige Zellen sind befruchtete Eizellen und daraus entwickelte Zellen anzusehen.
§ 2. (1) Eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist nur in einer Ehe oder eheähnlichen Lebensgemeinschaft zulässig.
(2) Sie ist ferner nur zulässig, wenn nach dem Stand der Wissenschaft und Erfahrung alle anderen möglichen und zumutbaren Behandlungen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft durch Geschlechtsverkehr erfolglos gewesen oder aussichtslos sind oder ein Geschlechtsverkehr zur Herbeiführung einer Schwangerschaft den Ehegatten oder Lebensgefährten wegen der ernsten Gefahr der Übertragung einer schweren Infektionskrankheit auf Dauer nicht zumutbar ist.
(3) Samen, Eizellen, Hoden- oder Eierstockgewebe dürfen auch für eine künftige medizinisch unterstützte Fortpflanzung entnommen und aufbewahrt werden, wenn ein körperliches Leiden oder dessen dem Stand der Wissenschaft entsprechende Behandlung eine ernste Gefahr bewirkt, dass eine Schwangerschaft nicht mehr durch Geschlechtsverkehr herbeigeführt werden kann.
§ 3. (1) Für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung dürfen nur die Eizellen und der Samen der Ehegatten oder Lebensgefährten verwendet werden.
(2) Für die Methode nach § 1 Abs. 2 Z 1 darf jedoch der Samen eines Dritten verwendet werden, wenn der des Ehegatten oder Lebensgefährten nicht fortpflanzungsfähig ist.
(3) Eizellen und entwicklungsfähige Zellen dürfen nur bei der Frau verwendet werden, von der sie stammen.

Wie man da sieht haben Frauen innerhalb einer Partnerschaft die Möglichkeit Samen eines Dritten zu verwenden. Allerdings gilt das umgekehrt nicht, ein Mann kann nicht die Eizelle einer Dritten verwenden. Wenn also der Mann unfruchtbar in einer Ehe ist, dann kann das Ehepaar Kinder mit dem Samen eines Dritten haben. Ist aber die Frau unfruchtbar dann heißt es leider nein. Bei weitem keine gleichen Rechte und die sind sicher sachlich nicht begründet.

Das ist ein außerdem ein Gesetz, daß sehr schön zum Ausdruck bringt, daß alleine die Mutter wesentlich ist und der Vater beliebig.

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Es stimmt, wir sind gegen die Diskriminierung nach Geschlecht

Aber genau deswegen sagen wir ganz offen, dass es natürliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Es gibt in den letzten 15 Jahren eine starke politische Kraft, die sich offen für die Diskriminierung nach dem Geschlecht einsetzt. Diese politische Kraft verwendet als ihr Hauptargument den aus dem Englischen Sprachraum importierten Begriff "Gender". Wer "gender" sagt, meint damit, dass Männer und Frauen auf jeden Fall ganz gleich gemacht werden müssen, ob sie das jetzt wollen oder nicht. Wer "gender" sagt, meint damit, dass alle Unterschiede zwischen Männern und Frauen ausschliesslich aus dem gesellschaftlichen Einfluss kommen. Wer "gender" sagt, meint damit, dass es keine natürlichen Unterschiede zwischen Männer und Frauen gibt, und dass der Staat die Pflicht hat, so lange Männer und Frauen gesetzlich zu diskriminieren, bis ein nach dem Urteil der "gender"-Ideologie "gleichgestellter" Zustand erreicht ist. "Gender" ist also eine totalitäre Gleichschaltung der Bevölkerung, die sich gegen die wirklichen Bedürfnisse von Männern und Frauen richtet und eben nicht die persönliche Entscheidungsfreiheit der Menschen akzeptiert. Deswegen stellen wir klar, dass es auch natürliche Unterschiede gibt, und dass der Staat nicht das Recht hat, die Menschen nur deswegen gestzlich zu diskriminieren, weil das einer abstrusen "gender"-Ideologie entspricht.

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