Christine Marek disqualifiziert sich selbst

Man sollte den Menschen eine faire Chance geben. Auch alleinerziehende Mütter können sinnvolle Familienpolitik machen. Aber mit ihrem heutigen Auftritt hat sich Christine Marek als Familienstaatssekretärin eindeutig selbst disqualifiziert.

Hat sie ihren eigenen Familienbericht wirklich gelesen? Dann ist es schwer verständlich, wie sie zur Aussage kommt, Österreich sei ein "verlässliches Familienland". Wer eine Familie gründen will, kann sich in Österreich auf gar nichts verlassen. Unverheiratete Eltern leben in einer rechtlichen Grauzone, in der vieles möglich, aber nichts sicher ist. Und wenn man heiratet, wird man typischerweise nach 10 Jahren mit einem Kind im Schulalter geschieden und niemand kann voraussagen, ob man die eigenen Kinder jemals wieder sieht.

Familie ist der grösste Unsicherheitsfaktor im Leben eines Österreichers. Allein das finanzielle Risiko einer Scheidung ist so unberechnenbar, dass man dafür keine Versicherung finden kann. Und an den emotionalen und gesundheitlichen Folgen zerbrechen tausende Menschen. Wer wissen will, warum es so viele Selbstmorde, Obdachlose und Notstandshilfebezieher bei Männern um die 40 Jahre gibt, sollte sich deren Familienstand ansehen: Meistens steckt eine Scheidung dahinter.

Die Österreichische Familienpolitik hat eine so grosse Verunsicherung erzeugt, dass immer weniger Menschen heiraten wollen und immer weniger Kinder geboren werden. Frau Marek will das als Erfolg verkaufen. Entweder die Staatssekretärin und Chefin der ÖVP Wien sieht sich selbst nur als Lobbyistin für alleinerziehende Frauen. Oder sie versteht einfach nicht, wovon sie redet.