“Frauenkampftag”: Wer ist der Feind?

Für Ideologien kennzeichnend ist der Ersatz von Sachargumenten durch möglichst simple Wiederholungen und Rituale. Daher hat sich jede Ideologie auf Feiertage gestürzt und versucht, diese zu vereinnahmen und mit ihren eigenen, einseitigen und entscheidend verkürzten Glaubenssätzen von “Wahrheit” zu besetzen.  

Jede Ideologie der Geschichte ist genau daran gescheitert, dass sie objektive Betrachtungen bekämpft und durch ihre einfachen Schlagworte ersetzt hat, dass sie bewusst polarisierend Vorurteile geschaffen und entscheidende Teile der Realität ausblendet hat. All diese Anstrengungen sind wahrlich ein Kampf: Ein Kampf gegen ausgewogene Betrachtungen, ein Kampf gegen Vorurteilsfreiheit und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Sichtweisen.  

Die Wortwahl und die Gangart jeder Ideologie ist zunehmend schärfer geworden, je mehr sich ihr Scheitern entblößt hat und je stärker ihre Unglaubwürdigkeit offensichtlich geworden ist. 

Betrachten wir aus diesem Winkel, was Ideologen der Parteien zum 8. März von sich geben: 

“Frauenkampftag” sei heute, darf durchaus aggressiv von der Grünen auf Sozialen Medien und in Mailings verstanden werden, während die SPÖ ebenso auf wütende Bildbotschaften setzt: “Uns reicht´s” blickt ein zorniges Frauengesicht ins Bild. 

Dem Betrachter bleibt stirnrunzelnd die Frage: Wer ist denn der Feind dieser Kämpferinnen? Seit Jahrzehnten ernten wir darüber nur vielsagendes Schweigen. 

Die Männerpartei warnt vor der Sprache und zunehmenden Feindseligkeit, doch richtet sie ihren Blick auf die Inhalte, welche an diesem 8. März den Menschen in Österreich schmackhaft gemacht werden sollen: 

Die SPÖ erkennt die Notlage vieler Arbeitsloser: Jedoch wohl nur, wenn diese weiblich sind. Sie fordert, keine objektiven Maßgaben für die Verteilung der AMS-Gelder vorauszusetzen, im Gegenteil: Sie fordert, dass an Frauen überproportional AMS-Mittel vergeben werden. Die Methode, um Männern gleiche Chancen und Mittel vorzuenthalten, ist bekannt: Nur dort, wo Frauen von einer 50%-Regelung profitieren würden, wird sie gefordert, woanders tunlichst nicht. Deutlich weniger Frauen als Männer sind arbeitslos. Somit bedeutet die SPÖ-Forderung, 50% der Totalsumme aller Schulungsmittel für Frauen zu reservieren, eine klare Bevorzugung an AMS-Mitteln pro Frau. Das bedeutet wiederum: Männern werden Mittel vorenthalten, welche einer Frau hingegen in Übermaß zuzusprechen sind. Diese Forderung ist skandalös, wenn nach objektiven Maßstäben von Gleichbehandlung gemessen wird, statt nach feministischen. Umso bizarrer ist der Umstand: Diese Forderung der SPÖ-Frauen ist schon längst erfüllt, in täglicher Realität im AMS: Etwas mehr als 50% der Mittel für Schulungen sind krampfhaft an die Minderheit der Arbeitslosen, ausschließlich an Frauen, auszuschütten, so berichten AMS-Quellen. Diesen Skandal hat die SPÖ in der Regierung offenbar bereits geschaffen, und sie will ihn allen Ernstes ein zweites mal an dieselbe Klientel verkaufen. 

Die Einseitigkeit, mit welcher die SPÖ unverhohlen durch verdreht dargestellte Tatsachen unter der Etikette “50%” letztlich massive Nachteile pro Kopf für hilfsbedürftige Männer fordert, ist bezeichnend für die Haltung der Parteien, die vorgeben, das Volk zu vertreten, und zugleich kühl gegen große Teile des Volkes arbeiten, wie sich dies nur in beispielhaft in Kürze darstellen lässt: 

Während Grün sich mit mühselig herausgekramten “Errungenschaften” wie der errungenen “Tamponsteuer-Senkung” brüstet, sind sich alle Parteien letztlich darin einig im Gedanken, dass es der Gleichbehandlung entsprechen solle, in Krisenzeiten wie der jetzigen nicht nur die dienstverpflichteten Männer in aller Selbstverständlichkeit unterbezahlte Pflichtdienste ohne jede Wahlfreiheit oder Mitbestimmung verrichten zu lassen, sondern deren Dienst ebenso nach Belieben zu verlängern, wie dies im Frühjahr 2020 den Jungmännern Österreich trocken und unverfroren zur Kenntnis gebracht wurde. 

Ein Land, in dem so eine verschobene Sicht von Gerechtigkeit zur Norm geworden ist, benötigt neue Kräfte, um wieder ideologie- und vorurteilsfrei neue Fairness aufzubauen. Die Männerpartei fordert als Antwort auf solche “Kampftage”, wie jenen, zu dem der 8. März jüngst ernannt wurde 

  • Abbau von Vorurteilen anstatt des herrschenden Neuaufbaus selbiger durch Politik und Medien, wie dies augenblicklich besonders in den Beispielen Gewaltunterstellung sowie unterschiedlicher Bewertung der Leistungen von Männer und Frauen für die Gesellschaft  offensichtlich ist. 
  • Dienstpflicht für Männer und Frauen im gleichen Maße, damit die Parteien ihre einseitige Lobeshymne von “den Frauen, die so gut wie als einzige systemrelevante Leistungen erbrächten”, endlich auch auf Zivildienerinnen und Grundwehrdienst-Verpflichtete Frauen ausdehnen dürfen. 
  • Neuschaffung alleiniger, objektiver Kriterien der Eignung und Bedürftigkeit für sämtliche öffentliche und von öffentlichen Versicherungen geleistete Mittel, wie am Beispiel der AMS-Förderungen. 

Hinweise:
SPÖ-Forderung nach einem Arbeitsmarktpaket für Frauen:
www.spoe.at/2021/03/04/wir-fordern-arbeitsmarktpaket-fuer-frauen/ 

Aufrufe zum “Frauenkampftag”: 
Eine Veröffentlichung der Grünen liegt der Männerpartei vor, wenn sie auch auf der Website der Grünen nicht zu auffinden ist, und wird auf Anfrage zugesendet.
Die Junge SPÖ Wien ruft, deutlich offener, über die APA zu den Waffen:
www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210308_OTS0036/weltfrauentag-2021-ein-feministisches-fruehlingserwachen-fuer-mehr-sichtbarkeit-von-frauen-und-maedchen 

 2021-03-08

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