Ist es nur Sexismus oder ist es Liebe?

Heute Abend wird auf Puls4 wieder einmal über den #Aufschrei diskutiert. Die MÄNNERPARTEI wurde eingeladen, ein paar Kommentare beizusteuern. Zwar wird Corinna Milborn moderieren, aber Puls4 hat strikte Objektivität zugesagt. Sofern das möglich ist. Jedenfalls wird unsere Gleichstellungsministerin wieder einmal ein neues Gesetz fordern und dazu sollte man doch etwas sagen. Also, worum geht es bei dem ganzen #Aufschrei? Wer sich die Tweets und Blogs durchliest, wird folgendes finden:

  1. Es geht um Sex
  2. Es geht um Belästigung
  3. Es geht um Sexismus
  4. Es geht um Männer, die etwas nicht verstehen können
  5. Es geht um Frauen, die etwas nicht verstehen können
  6. Es geht um eine Grapsch-Affäre
  7. Es geht um Brüderle, also geht es doch nicht um eine Grapsch-Affäre
  8. Es geht um ein Urteil des Österreichischen OGH, also geht es doch wieder um Po-Grapschen
  9. Es geht darum, dass Frauen straflos einen Mann ohrfeigen wollen
  10. Es geht darum, dass Frauen zum Kämpfen zu schwach sind
  11. Es geht darum, dass Frauen zu entnervt sind, um ruhig zu sagen, was nicht nicht wollen
  12. Es geht darum, dass Frauen Männer ins Gefängnis bringen wollen
  13. Es geht darum, dass die sexuelle Revolution zu weit gegangen ist
  14. Es geht darum, dass der Staat eingreifen muss, weil Frauen sich nicht selbst wehren können
  15. Es geht um neue Gesetze
  16. Es geht um Frauen, die selber bestimmen wollen, wann sie sich belästigt fühlen
  17. Es geht um Männer, die vorher wissen wollen, was als Belästigung gelten kann
  18. Es geht um Deutungshoheit
  19. Es geht um Macht
  20. Es geht um objektive Regeln
  21. Es geht um den Schutz vor staatlicher Willkür
  22. Es geht um typisch männliches Verhalten
  23. Es geht um typisch weibliches Verhalten
  24. Es geht darum, dass Männer nicht zivilisiert sind
  25. Es geht darum, dass Frauen immer zivilisiert sind
  26. Es geht gar nicht um Frauen um Männer
  27. Es geht um gutes Benehmen
  28. Es geht um Respekt
  29. Es geht um Verständnis
  30. Es geht darum, dass man offen darüber redet
  31. Es geht um Liebe
  32. Irgendwie geht es um alles, weil es geht um Strukturen, Macht und andere Gender-Konstrukte

Jetzt lasse ich einmal den Punkt mit den Gender-Konstrukten weg. Über nicht falsifizierbare Theorien und Spaghetti-Monster reden wir ein anderes Mal. Wenn man den Rest zusammenfasst, bleiben drei große Gruppen: Sex, Sexismus und Liebe. Wobei oft nicht ganz klar ist, wo die Grenze zwischen Sex und Sexismus gezogen wird. Es ist ziemlich irreführend, dass das gleiche Wort für „geschlechtliche Handlungen“ verwendet wird und für „Handlungen, die nichts mit dem Geschlecht zu tun haben … sollten“. Damit bleiben also Sexismus und Liebe als die beiden Pole des #Aufschrei.

Fangen wir mit der Liebe an. Dazu gehört einmal, dass wir Männer und Frauen in ihrer Verschiedenheit akzeptieren. Es gibt nun einmal typisch männliche und typisch weibliche Verhaltensweisen. Sicher: Jeder Mensch ist einzigartig und niemand ist ein 100% typischer Mann oder eine 100% typische Frau. Es gibt auch Männer, die sich wie typische Frauen verhalten und umgekehrt. Aber das sind die Ausnahmen. Die Mehrheit der Frauen wartet eher, bis der Mann beim Flirten den ersten Schritt macht und die Mehrheit der Männer macht selber den ersten Schritt. Die typische Frau sendet Signale und präsentiert ihre optischen Reize, der typische Mann redet, zeigt Status und Kompetenz. Jetzt kann man natürlich sagen, dass es keine Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Verhalten geben soll. Aber wer Verständnis, Respekt und Liebe will, der sollte die Menschen so nehmen, wie sie sind. Also sollten wir den Frauen nicht vorwerfen, dass sie sich herausputzen und den Männern nicht vorwerfen, dass sie darauf reagieren. Höchstens, dass sie darauf falsch reagieren. Aber was genau ist die richtige Reaktion?

Nur die Frau bestimmt, was Belästigung ist, behaupten gewisse Kreise. Wenn man das zu Ende denkt, gibt es keine objektiven Regeln für das richtige Benehmen. Weil sich jede Frau jederzeit von jeder Art von Kontaktaufnahme belästigt fühlen kann. Wir Männer sollten das natürlich auch respektieren. Ab dem Moment, wo wir es wissen. Dazu muss die Frau aber erst einmal ein eindeutiges Signal senden. Als Mann verstehe ich natürlich, dass das nicht immer leicht ist. Jede klare Aussage ist auch ein Risiko. Wir Männer wissen das. Wir sind auch nicht immer froh darüber, wenn wir ein Risiko eingehen müssen. Aber Männer und Frauen werden nur dann gut miteinander auskommen, wenn beide Seiten lernen, offene Signale zu senden, ohne gleich verletzend zu sein.

Wenn wir immer gleich das Schlimmste annehmen, gibt es bald einen unnötig eskalierenden Konflikt: Aus einer falschen Bemerkung wird eine Ohrfeige, aus einer Ohrfeige wird eine blutige Schlacht. Das gab es alles schon. Und es läßt sich vermeiden, wenn die Kommunikation funktioniert. Paul Watzlawick hat in der Geschichte mit dem Hammer so perfekt beschrieben, was fehlende Kommunikation ausrichten kann. Jetzt sagen aber gewisse Kreise, dass die Kommunikation nicht wichtig ist. Die SPÖ will die Definition sexueller Belästigung ausweiten. Männer sollen auch dann ins Gefängnis kommen, wenn sie keine Gewalt angewendet haben, keine Geschlechtsorgane berührt haben und niemand einen Übergriff bezeugen kann. Völlig unabhängig davon, welche Interaktion es vorher zwischen Mann und Frau gegeben hat. Unabhängig davon, ob und wie kommuniziert worden ist. Einfach nur deswegen, weil sich eine Frau subjektiv belästigt fühlt. Die reine Behauptung einer Belästigung soll zu einem Strafprozess mit Beweislastumkehr führen. Der Mann muss dann beweisen, dass er die Frau nicht belästigt hat. Was fast unmöglich ist, wenn es keine objektive Grenze für Belästigung gibt. Damit trägt dann jeder Mann jederzeit das Risiko, im Gefängnis zu landen. Weil sich ja laut diversen Umfragen fast jede Frauen sexuell belästigt fühlt und damit fast jeder Mann mit einem Bein im Knast steht.

Den SPÖ-Frauen fehlt es eindeutig an Einfühlungsvermögen und Respekt. Nämlich Respekt für die Situation der Männer. Klar kann sich ein Mann auf typisch männliche Weise danebenbenehmen. Ebenso wie sich eine Frau auf typisch weibliche Weise danebenbenehmen kann. Die persönliche Befindlichkeit der Frauen kann aber nicht allein darüber entscheiden, was korrektes Verhalten ist. Und es ist mehr als einseitig, wenn beim Flirten der männliche Teil kriminalisiert wird und der weibliche Teil Narrenfreiheit erhält. Wären die moralischen Grundsätze auch bei Frauen so streng, müsste man Frauen auch für freizügige Kleidung und übertrieben Schmuck ins Gefängnis schicken. Das gibt es ja in anderen Ländern. Die Logik der arabischen Gesetze: Männer können weiblichen Reizen nicht widerstehen, daher ist das Zeigen von weiblicher Haut strafbar. Die Logik der SPÖ-Frauen: Frauen können unerwünschte Kontaktaufnahmen nicht abwehren, daher soll das Berühren von Frauen strafbar sein. Was die SPÖ-Frauen wollen, ist Saudi-Arabien mit umgekehrten Vorzeichen.

Typisch männliches Verhalten zu kriminalisieren und typisch weibliches Verhalten absolut zu stellen ist staatlicher Sexismus. Und davon haben wir schon mehr als genug. Vielleicht sollten wir wirklich ein anti-Sexismus-Gesetz machen. Da sollte dann drin stehen, dass Männer und Frauen das Recht haben, unterschiedlich zu sein und trotzdem gleiche Rechte und Pflichten zu haben. Da sollte drin stehen, dass nie eine Frau schlechter behandelt werden soll, nur weil irgendeine andere Frau etwas gemacht oder nicht gemacht hat. Da sollten wir klarstellen, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass wir trotz unserer typisch männlichen und typisch weiblichen Verhaltensmuster das Recht auf Gleichbehandlung haben. Aber so ein Gesetz wird die SPÖ nie wollen. Weil dann wäre Gabriele Heinisch-Hosek längst im Gefängnis.

So viel zum #Gegenschrei.

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