Jane Fonda und das Zweierlei Maß

Der Me-Too-Hype ist noch nicht ganz abgeebbt, und doch wurde der Weltöffentlichkeit erfolgreich eingebläut: Jeder Mann solle gefälligst ganz vorsichtig, am besten gleich ängstlich darüber sein, nur ja niemals auch nur mit einer einzigen ungeschickten Bemerkung anzustreifen, die eine Frau irgendwann, sofort oder im Nachhinein, als anzüglich deuten könnte.

Stellen Sie sich nur einen Mann vor, der in der Öffentlichkeit damit prahlen würde, dass er zahllose Prominente ins Bett bekommen habe – und obendrein über eine Verstorbene lästerte, wie schlecht diese im Bett gewesen sei: Sicher wäre dieses Verhalten verwerflich, doch umso sicherer würde eine wütende Meute aus Politikerinnen, Frauenvereinen, Journalisten und Journalistinnen über den Mann herfallen und ihn medial hinrichten.

Doch wie sehr die Genannten mit zweierlei Maß messen, stellen Medien und Politik am Beispiel von Jane Fonda unfreiwillig selbst bloß:

Schon in der Vergangenheit hatten Medien Äußerungen Jane Fondas zitiert, welche als über Männer abfällig oder gar feindselig aufgefasst werden konnten, wie die Wiedergabe der aus dem Feminismus bekannten Anfeindung, Männlichkeit sei „toxisch“. Medien schützen üblicherweise solche Zitate, welche als „Hassbotschaft“ aufgedeckt und kritisiert würden, sobald sie sich nicht gegen Männer oder die Männlichkeit richteten.

Doch die “Kronen-Zeitung” behauptet, Jane Fondas Äußerungen griffen noch eine Schublade tiefer:

Sie habe mit einem legendären Schauspieler geschlafen, dessen Name in Bericht öffentlich ausbreitet wird – und der sei nicht gut gewesen im Bett. Außerdem wäre sie nicht nur von dieser Schauspielerlegende so heiß begehrt gewesen, sondern auch von einem ebenso legendären Sänger. Klingt das nicht danach, als ob sich jemand mit Liebhabern schmücken will wie mit Trophäen? Genau so, wie es bei Männern zornigst angeprangert würde?

Die Männerpartei stellt klar: Um die Person Jane Fonda geht es hier letztlich nicht, sie hat sich selbst schon genug geschadet, wenn stimmt, was berichtet wurde. Vielsagend und kritikwürdig sehen wir jedoch, wie die Medien und die selbsternannten Hüterinnen und Hüter von Sprachsensibilität mit solchen öffentlichen Äußerungen umgehen, daher diese Aussendung:

Boulevard-Medien wie die Kronen-Zeitung geben die unterirdischen Passagen, die sie Jane Fonda aus einem Interview der “New York Times” zuschreiben, so wieder, als ob es einer Frau tatsächlich zustünde, das Intimleben eines Verstorbenen so von oben herab zu bewerten wie ein Juror beim Springreiten, und geben zudem wieder, was bei einem Mann als “sexistische Prahlerei” gewertet würde, nämlich wen eine Frau alles an weiteren Berühmtheiten im Bett gehabt haben könnte.

Von selbsternannten Qualitätsmedien wiederum, die jedes frisch gewitterte “sexistische” Vergehen sofort ideologisch bewerten und per Leitartikel ihr Urteil sprechen, wie es Männer wie Josef Geisler vor einiger Zeit oder zuletzt Sebastian Kurz wegen des “eigenen Hirns” umgehend zu spüren bekommen haben, ist im Fall dieses Medienskandals um Jane Fonda plötzlich nichts zu hören.

Wo bleibt der Aufschrei, wo bleiben die Hashtags, die bei vergleichsweise lächerlichen Äußerungen, die von Männern über Frauen fallen, über uns branden? Wenn all dies schon ausbleibt, dann bitteschön aber in jedem vergleichbaren Fall, auch wenn sich einmal ein Mann so vergreift wie im Grund bedauerlichen Beispiel der hier vorgeführten Schauspielerin.

Für die Männerpartei bleibt nur der Schluss: Die Kritik an “Sexismus”, an “Hassbotschaften” und den “Entgleisungen” haben keine für Männer und Frauen gleiche, sachliche, objektive Grundlage, im Gegenteil:

Jedes Wort über Frauen wird auf die Goldwaage gelegt. Jede noch so üble Äußerung von Frauen über Männer, selbst weit unter der Gürtellinie und sogar über Verstorbene, die mit ihrem Intimleben lächerlich gemacht werden, ist höchstens eines: Eine willkommene Schlagzeile für ein nach Geilheiten und Lächerlichkeiten geiferndes Publikum.

Wirkliche Qualitätsmedien decken so einen Missstand auf. Wirkliche Befürworter von objektiver, also gegenüber allen Menschen geltender Sprachsensibilität, protestieren.

Die Männerpartei zeigt diese öffentliche Einseitigkeit auf und steht somit einmal mehr für die Wichtigkeit alternativer Parteien und Medien.


Die Männerpartei fordert: 

  • Eine öffentliche Entschuldigung aller Beteiligten der kritisieren Berichterstattung, posthum an den verstorbenen Schauspieler und seine Angehörigen
  • Medien zur kritischen Beleuchtung von derart unterirdischen Äußerungen, unter Pseudonymisierung der Betroffenen wie in diesem Fall der genannten Künstler, auf

  • Die Politik zum Bekenntnis für Sprachsensibilität in alle Richtungen, statt Überempfindlichkeit gegen Frauen und zugleich gebilligter hemmungsloser Abfälligkeit gegenüber Männern, begonnen bei den Äußerungen, die Jane Fonda zugeschrieben wurden, bis zur heutzutage selbst von vielen Politikern getätigten Abwertung von Männern und Männlichkeit, wie am Beispiel des unsäglichen Begriffs “toxisch”.

Hinweise:

Die Kronen-Zeitung schreibt im September 2020: Jane Fonda äußere sich abfällig über “sexuelle Leistungen” eines Schauspielers und darüber, wie begehrt sie auch bei anderen namhaften Künstlern gewesen sei: www.krone.at/2223569

Die Presse, 2018: Jane Fonda über Männer: Männlichkeit sei toxisch. Ihren Exmann Ted Turner vergleicht sie mit dem Tierreich als “Alpha-Männchen. “Die Presse gibt” kritiklos und unter ihrem eigenen Standard wieder: diepresse.com/home/leben/mensch/5497242/Jane-Fonda_Maennlichkeit-kann-toxisch-sein

2020-09-11

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