Männerpartei zum St. Pöltner Vergewaltigungsurteil

„Sicher sollten wir darüber sprechen, aus welchen Kulturen viele Geflüchtete stammen“, nimmt Hannes Hausbichler für die Männerpartei Stellung: „Viele Hilfesuchende stammen aus einem Umfeld, indem sie täglich Gewalt und Verletzung der körperlichen Integrität erlebt haben. Und doch ist es Realität, dass viele Menschen dazu neigen, anderen dasselbe antun, wovor sie selbst geflüchtet sind“, plädiert der Bundesvorsitzende für Hilfsbereitschaft mit Realitätssinn.

Der Volksszorn, der nun offenbar über das St. Pöltner Urteil hereinbricht, und der Umstand, wie diese Wut von allen uns fernstehenden, politisch extremen Lagern benutzt wird, ist besorgniserregend.

Ausgerechnet der rechts-rechte frühere Dobermann Ewald Stadler wird plötzlich zum Opferanwalt einer 15-jährigen, welche sich nach ihrer Anzeige gegen Flüchtlinge in schwere Widersprüche verwickelt haben soll. Das wundert nicht, versucht doch die extrem Rechte in Österreich, jeden Flüchtling als Vergewaltiger abzustempeln, denn mit dem Vorwand des Schutzes von Frauen lässt sich am besten gegen Ausländer mobilisieren. Wenn sich Ewald Stadler jedoch so sehr in die über den Freispruch betroffene Familie des Mädchens einfühlt, bleibt uns nur die Frage: Stimmt die Berichterstattung, derzufolge sich eine 15-jährige in Kreisen aufhalten durfte, welche viele ihren Töchtern nicht gestatten würden? Und natürlich: Ist Ewald Stadler denn wirklich dem Mädchen zuliebe plötzlich anwaltlich so aktiv, oder doch mehr der Chance wegen, Flüchtlinge hinter Gitter bringen zu können?

Doch nicht nur Rechts ist in Rage, inklusive Vizekanzler Strache: Während sich die einen einig sind, dass alle Flüchtlinge abgeurteilt gehören, versteht sich der österreichische Staatsfeminismus darauf, dass alle Männer erst einmal sicherheitshalber verurteilt gehören, wenn die altbekannten Scharfmacherinnen sagen dürfen: Das Problem sei, dass Frauen nicht geglaubt werde.

Die Männerpartei stellt klar: Besorgniserregend ist eben, dass Frauen geglaubt wird, welche unbewiesene Beschuldigungen erheben, und dafür Männer ohne jeden Sachbeweis erst einmal vorverurteilt werden und in jährlich steigender Zahl ohne jeden Tatsachenbeweis ins Gefängnis gehen.

Das weitaus häufigste Sexualdelikt ist nicht die Vergewaltigung, sondern die Falschbeschuldigung von Vergewaltigung und Missbrauch. In Scheidungen sind die Vorwürfe Alltag, sie werden benutzt, bis viele Frauen sich damit lebenslangen Unterhalt gesichert haben oder die Kinder vom Mann erfolgreich ferngehalten wurden. Der Staat und die Justiz tragen für den rasanten Anstieg dieser Straftaten die Verantwortung, denn sie bestrafen praktisch nie die Verleumdung von Frauen und belohnen die böse Absicht der Falschbeschuldigung täglich.

Stets waren die größten Missstände einer Gesellschaft dort zu finden, wo geschwiegen und weggesehen wird. Bei Sexualstraftaten und der tatsächlich zu thematisierenden Straffälligkeit von Geflüchteten ist das wahrlich nicht der Fall, wenn wir den Mediensturm um St. Pölten betrachten. Doch worüber geschwiegen wird, sind Verleumdungen. Schon das Beispiel St. Pölten zeigt: Wer diese Möglichkeit nur in Betracht zieht, kann bald fürchten, mit Betonschwimmhilfen in der Traisen zu landen.


Die Männerpartei fordert

konsequente Anwendung des Zweifelsgrundsatzes bei ausnahmslos jeder Straftat. Die faktische Ausnahme von Unschuldsvermutung und Zweifelsgrundsatz bei Sexualstraftaten in der Rechtspraxis widerspricht allen Grundsätzen von fairen Verfahren.

Veröffentlichte, anonymisierte Aufstellung von Ablauf, Beweislage und Urteil jedes Strafverfahrens im Sinne des Rechts auf Information der Bevölkerung, was in der Justiz vor sich geht.

Tatsächliche und konsequente Bestrafung von Verleumdung in exakt jenem Ausmaß, welches für die vorgeworfene Straftat vorgesehen ist, und zwar nicht als bedingte Strafe, sondern als Tatsächliche.

2018-03-29


Hinweise:

Ewald Stadler spricht für die Familie das Mädchens, das er als „Opfer“ bezeichnet, obwohl nicht einmal der Tatbestand feststeht:
www.oe24.at/oesterreich/chronik/niederoesterreich/Nach-Urteil-Opfer-und-Familie-entsetzt/327895513

H.C. Strache spricht sein Urteil auf Facebook:
m.oe24.at/oesterreich/politik/Strache-nennt-Urteil-skandaloes/327836773

Der Standard lässt Feministinnen zu Wort kommen, die sinngemäß meinen: Jeder Frau, die Vergewaltigungsvorwürfe erhebt, soll einfach immer geglaubt werden. Von Falschbeschuldigungen ist keine Rede:
derstandard.at/2000076977711/Was-die-St-Poeltner-Freisprueche-skandaloes-macht

 

 

Discussion (3 Comments)

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  1. DANKE! Ich habe auf so einen Beitrag aus der Männerrechtsbewegung gewartet!

    Besonders stark finde ich den letzten Absatz:

    „Stets waren die größten Missstände einer Gesellschaft dort zu finden, wo geschwiegen und weggesehen wird. Bei Sexualstraftaten und der tatsächlich zu thematisierenden Straffälligkeit von Geflüchteten ist das wahrlich nicht der Fall, wenn wir den Mediensturm um St. Pölten betrachten. Doch worüber geschwiegen wird, sind Verleumdungen. Schon das Beispiel St. Pölten zeigt: Wer diese Möglichkeit nur in Betracht zieht, kann bald fürchten, mit Betonschwimmhilfen in der Traisen zu landen.“

    Der Volkszorn tobt tatsächlich wieder einmal, alle Online-Foren quillen über vor Wut und Empörung, und man stelle sich nur folgende Fragen:

    Wäre die Empörung ebenso groß, wenn das mutmaßliche Opfer ein Mann (oder jugendlicher Bub) gewesen wäre? Oder selbst eine Asylwerberin? Oder die Beschuldigten Österreicher? Oder Frauen?

    Nicht einmal im Ansatz.

    Somit können mir all die „Empörten“ den Buckl oberutschn, Es ist für sie eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, wenn mutmaßliche Vergewaltiger (die Asyl beantragen) freigesprochen werden, aber es wäre ihnen scheißegal, wenn sie unschuldig Jahr(zehnt?)elang eingesperrt würden. Sind ja nur Männer, und Asylwerber noch dazu.

  2. Ich bin damit einverstanden, dass in-dubio-pro-reo stets eingehalten wird, nachgewiesene Verleumdungen sollten auch konsequent bestraft werden.

    Das bedeutet aber nicht, dass ein Opfer als Verleumderin bezeichnet wird, nur weil es die Tat nicht glaubwürdig beschreiben kann. Schwere Gewalt, zu der der beschriebene Fall gehört, traumatisiert das Opfer erheblich und eine posttraumatische Belastungsstörung kann verursachen, dass das Opfer das Geschehene nicht „richtig“ darstellen kann oder sich nicht erwartungsgemäß verhaltet.

    Die Tatsache, dass jemand sich in dubiosen Kreisen aufhält, rechtfertigt eine Vergewaltigung nicht.

    Ich lehne ebenso die Meinung ab, dass Flüchtlinge-Ausländer-Männer ohne Beweise für schuldig gehalten werden. Jedoch lehne ich ab, dass die häufigste sexuelle Straftat eine Verleumdung wäre. Umgekehrt. Es ist viel häufiger, dass eine tatsächliche sexuelle Straftat nicht angezeigt wird als dass es zu einer Verleumdung kommt.

    Und ja: Frauen wird tatsächlich oft nicht geglaubt. Ich selbst wurde Opfer von Gewalt. Ich wurde körperlich und sexuell misshandelt, wobei ich nur die körperliche Gewalt angezeigt habe. Selbst das führte nicht zur Bestrafung des Täters mit Begründung der Richterin, dass sie sich hundertprozentig sicher sein müsste. Sexuelle Gewalt habe ich nicht angezeigt, teilweise aus Scham, teilweise aus Angst.

    Was den Fall von dem Mädchen von diesem Artikel betrifft, glaube ich aufgrund der Zeitungsberichte, dass sie tatsächlich vergewaltigt wurde. Sperma, Verletzungen – wie sonst wäre das alles entstanden?

  3. In Bezug auf Verleumdungen und Falschbeschuldigungen und den Umgang unserer Justiz mit diesen Tatbeständen finde ich es gut, daß die Männerpartei es thematisiert.
    Die mutmaßlichen Täter sind aber keine „Flüchtlinge“, denn ich kenne keinen Umstand, die eine Afghanen oder Somalier dazu nötigen von Italien, Slowenien oder Ungarn nach Österreich zu „flüchten“. Das sind Versorgungssuchende!