Mehr Trennungen, mehr Alleinerzieherinnen als „Allparteienkonsens“?

In dieser Woche waren endlich einmal alle Parlamentsparteien kurz gemeinsam glücklich: Sie haben etwas, das sie „Allparteienkonsens“ nennen, gefunden – in einer TV-Diskussion. „Das kann nur eines bedeuteten,“ argwöhnt der Bundesvorsitzende der Männerpartei, Hannes Hausbichler: „Die Parteien haben sich auf ein Wahlzuckerl, das wohl wieder auf Kosten der Männer geht, geeinigt.“

Alle Parteien haben die Pilz-Forderung nach einem Mindestunterhalt unterstützt. So wird heute Politik betrieben: Mitten im Rampenlicht im Fernsehen, mitten im Wahlkampf wird eine Forderung in den Raum geworfen, keiner wagt, Bedenken zu äußern, bis sich schließlich alle unwiderruflich festgelegt haben. Dabei wird wie immer von Behauptungen und falschen Voraussetzungen ausgegangen und die Konsequenz gar nicht erst überlegt.

Falsche Voraussetzung: Alleinerzieherinnen seien immer arm…

Warum wird wohl der Großteil der Leser aus Erfahrung im eigenen Umfeld bestätigen: Zumindest die Hälfte und wohl bald der überwiegende Großteil von Trennungen, bei denen Kinder im Spiel sind, geht mittlerweile von der Frau aus. Das 19. Jahrhundert ist vorbei. Alleinerzieherin zu sein, ist schon längst kein Schicksal mehr, sondern immer öfter selbstgewähltes Lebensmodell, welches der Staat zum Teil selbst finanziert und zum anderen Teil ausgerechnet die entsorgten Väter zwingt, zu finanzieren. Die bittere Not, welche uns die Politiker pauschal und oft übertrieben auf Seiten aller Mütter Österreichs schildern, trifft immer öfter gar nicht die Alleinerziehenden, sondern die Väter. Wie viele Beweise wollen Sie von der Männerpartei haben, oder, an die Abwiegler gerichtet: Wie viele Beweise wollen Sie noch beharrlich ignorieren und abstreiten?

Kindesunterhalt dient schon jetzt sehr oft der Bereicherung. Schon ab zwei Kindern und einem Durchschnittsverdiener als Vater liegt die Summe von Kindesunterhalt plus Familienleistungen im Bereich von 1200 Euro, netto auf die Hand an jedem Monatsersten, doch viele fordern ständig darüber hinaus noch Geld. Dem Vater aus diesem Beispiel hingegen bleibt kaum Geld zum Leben.

Die ständig evozierten „Heere von Vätern, welche nicht zahlen“, werden Sie nicht finden. Wer nicht zahlt, kommt ins Gefängnis, wenn die Mutter das anzeigt, ohne Pardon. Viele Väter hingegen werden unter das Existenzminimum gepfändet, ohne jegliches Wimpernzucken aller „Konsensparteien“.

Die in der politischen Diskussion kolportierten Beträge sind reiner Populismus. Ständig werden Familienbeihilfe und –absetzbetrag verheimlicht, pro Kind rund 200 Euro monatlich. Selbst, wenn einem Vater tatsächlich gar nichts mehr zu nehmen ist, fallen somit für ein Kind beispielsweise 130 Euro staatlicher Vorschuss und 200 Euro Familienbeihilfe, gesamt 330 Euro, ab, zusätzlich bestehen Unterstützungen wie Wohnbeihilfe oder Mindestsicherung für die Mutter, falls sie nicht oder wenig arbeitet. Die Konsensparteien machen uns jedoch ständig vor, dass die Kinder nur vom Unterhaltsvorschuss alleine zu versorgen wären.

Die Konsequenzen

Gehen wir von einem staatlichen Mindestunterhalt von 250 Euro aus, welchen Peter Pilz vorschlägt: Inklusive Familienbeihilfe bedeutete das 450 Euro pro Kind, oder bei drei Kindern schon 1350 Euro monatlich – nur für die Kinder. So viel könnte ein durchschnittlich verdienender Vater, mit dem die Mutter zusammenlebt, ja gar nicht leisten. Die fatale Konsequenz: Sobald sich die Mutter vom Vater der Kinder trennt, steht ihr, staatlich abgesichert, mehr Geld denn je zur Verfügung.

Nach dem „Allparteienkonsens“ bedeutet dies:

– Eine Mutter wäre finanziell gesehen blöd, wenn sie mit dem Vater der Kinder zusammenbliebe! Diese Allpartei „SPÖVPFPÖGrüNeos“ fördert und belohnt es, dass Kinder und Väter voneinander getrennt sind, verbunden mit all dem Leid für die Betroffenen.

Das ist jetzt schon der Fall, wenn ein Vater zu Unterhalt gezwungen werden kann. Dem Durchschnittsverdiener würden weit mehr als die 250 Euro genommen werden, nämlich rund 400 Euro pro Kind. Es ist jetzt schon Fakt, dass eine Frau, welche sich von einem normalverdienenden Vater trennt, durch unser pervertiertes Unterhaltsrecht finanziell profitiert. Doch der Allparteienkonsens verschlimmert die Lage:

Durch den Mindestunterhalt braucht eine Frau gar nicht mehr darauf zu achten, mit wem sie Kinder bekommen will: Sie könnte den Vater verschweigen, jemanden buchstäblich von der Straße holen oder sich befruchten lassen, ohne jemals daran zu denken, wie das Kind finanziell versorgt werden könnte. Der Staat bezahlt, wofür sie sich entscheidet. „Wer braucht die Väter?“ – symbolisiert die „Allpartei“ den Menschen.

Noch mehr Väter würden staatlich gezwungen, sind gegen ihren Willen hoch zu verschulden! Wer den Mindestunterhalt bezahlt, darüber wurde noch keine Einigung gefunden: SPÖ, Grüne, FPÖ und wohl auch Peter Pilz würden in die Staatskasse greifen, doch unter Mitwirkung von Kurz und Neos wäre dieser Griff schnell wieder umgelenkt: In die Taschen der Väter. Doch, wenn diese schon leer sind, dann wird eben ein noch höherer Schuldenstand der Väter beim Staat geschaffen. Ein derart betroffener Vater kommt nie wieder aus der prekären Lage heraus.

Schon jetzt spricht die Männerpartei davon, dass leider einige und immer mehr Mütter das selbstgewählte Lebensmodell Alleinerziehende bewusst und oft ohne Rücksicht auf Väter und Kinder wählen. Der schockierende Allparteienkonsens fördert dieses Lebensmodell: Freiheit auf Kosten der Anderen, in mehrfacher Hinsicht. Nur die Männerpartei stellt sich gegen die Fehlentwicklung.

Hannes Hausbichler bleibt daher nur mehr, dem Allparteienkonsens seine „Allparteien-Kondolenz“ auszudrücken, denn die politische Vernunft droht, nach langer Trockenheit endgültig einzugehen.

Die Männerpartei fordert zum Unterhaltsrecht:

  • Gleichteilige Kinderbetreuung für beide Eltern als bevorzugtes Modell mit Rechtsanspruch beider Eltern auf den maximal möglichen Betreuungsanteil.
  • Ende sämtlicher Schikanen und Menschenunwürdigkeiten im Unterhaltsrecht, begonnen von der Anspannung über die Pfändung und Exekution, Rücksicht auf die Existenz von Unterhaltsschuldnern, Abschaffung der Prozentmethode und Orientierung am tatsächlichen Bedarf, Mitbestimmung bei Sonderbedarf , grundsätzlich gleichteilige Geldunterhaltsverpflichtung beider Eltern sowie Unterhalt für erwachsene Kinder nur einvernehmlich mit dem betroffenen Elternteil.
  • Entzug der Vertretungsbefugnis in Unterhaltsangelegenheiten für die Jugendwohlfahrt.

2017-09-29

Hinweise:

Das „selbstgewählte Lebensmodell Alleinerziehende“, frech von einer Schweizer Kolumnistin beworben:
www.nzz.ch/kind-ja-mann-vielleicht-1.4048834

Mindestunterhalt in TV-Diskussion von allen Parteien unterstützt:
diepresse.com/home/innenpolitik/nationalratswahl/5291720/Nach-PilzVorstoss-bei-Elefantenrunde_Neuer-Anlauf-fuer

 

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