Skandalöser Alleinerzieherleitfaden der Landesregierung!

Die Männerpartei in Vorarlberg betrachtet die Entwicklung der Familienpolitik mit zunehmender Sorge: Hatte schon die ÖVP-Regierung zunehmend Lobbying für Kontaktverweigerinnen und Vaterentfremderinnen im Familienressort betrieben, statt guten und kooperativen Eltern zu helfen, so sieht der zusätzliche grüne „Farbtupfer“ der Familienpolitik noch giftiger aus, als er zu befürchten war:

„Die Landesregierung gibt sich gern familienfreundlich, wie zuletzt in den bunten „Familienpass-News“. Sie versteht sich dabei allerdings mehr auf schöne Bilder und Worte. Das zunehmende Chaos in Vorarlbergs Familien, oder was von diesen übrig ist, scheint sie damit übertünchen zu wollen.“, drückt der Vorarlberger Landesvorsitzende der Männerpartei, Hannes Hausbichler, das Empfinden von immer mehr Vorarlbergern klar aus.

„Doch, wenn in diesen News der neue „Leitfaden für Alleinerziehende“ beworben wird, zeigen die Berufspolitiker des Landes ihr wahres Gesicht in der Familienpolitik. Dieser Leitfaden zeigt eine väter- und familienfeindliche Einstellung von selbst für uns verblüffendem Ausmaß!“, geht Hausbichler mit den Verfassern des Leitfadens, der Landesregierung, dem Frauenreferat, der AK und dem ÖGB zu Recht hart ins Gericht:

– Unter „Zahlen Fakten“ lesen wir, dass nur 12% der Vorarlberger Familien Alleinerzieherhaushalte sein sollen. Das ist völlig unglaubwürdig. Woher soll denn die Scheidungsrate von fast 50% kommen? Hier wird ein gigantisches gesellschaftliches Problem kleingeredet und beschönigt. Vermutlich werden Stiefväter einfach als Teil der „heilen Familien“ miteingerechnet, getreu der feministischen Logik: „Familienmitglied ist, wen die Mutter dafür aussucht.“

– Die Sorgen und Nöte von Scheidungs- und Trennungskindern werden massiv bagatellisiert: Die Aussage im Ratgeber, „Scheidungskinder sind keine Problemkinder“ soll uns wohl darüber hinwegtäuschen, dass Trennungskinder meistens ein Leben lang unter dem verminderten Kontakt zu einem Elternteil leiden und aus diesem Grund für seelisch bedingte Krankheiten ebenso wie für Kriminalität deutlich anfälliger sind.

– Endgültig skandalös ist der schlecht verborgene Rat, das Kind möglichst früh vom Vater zu trennen, verbunden mit der Behauptung, der Vater sei ohnehin entbehrlich, Zitat: „Im Übrigen sind die ersten Lebensjahre eines Kindes jene, in der (sic!) es die Trennung von einem Elternteil – sofern dieser nicht die wesentliche Bezugsperson war – am besten verkraftet. Sofern die psychischen und körperlichen Bedürfnisse des Kindes weiterhin ausreichend befriedigt werden und es die nötige Zuwendung erhält, wird es den Elternteil nicht vermissen.“ Dem Fass den Boden aus schlägt die darin enthaltene, schlecht kaschierte Aussage, eine Trennung von der Mutter sei schlecht für das Kind, eine vom Vater jedoch nicht, vor allem eine frühe Trennung.

– Völlig unverständlich ist, warum Arbeiterkammer und Gewerkschaft Mitautoren des skandalösen Ratgebers sind. Dabei handelt es sich um Vertretungen der Arbeiter und Angestellten! Haben sie nichts zu tun für ihre Mitglieder? Warum verwenden Arbeitervertretungen das Geld ihrer Mitglieder, um sich nicht für diese, sondern im Gegenteil für den Schaden der Mehrheit ihrer zahlenden, männlichen Klientel, zu arbeiten?

– Um die Finanzen von Alleinerziehenden weiss sich der Ratgeber wiederum gut zu kümmern: Wie eine Alleinerziehende zu Geld ohne Eigenerwerb, begonnen vom Unterhalt für sich selbst bis zur Witwenpension kommt, wird gründlich ausgeführt, und doch mit der „gutmeinenden“ Warnung: Wer sich scheiden lässt, verliert das Erbrecht vom Gatten. Mit diesem Satz leistet der Ratgeber ein einziges mal über 88 Seiten hin einen kleinen Betrag, die eine oder andere Scheidung zu verhindern, sei es auch nur wegen der Erwartung auf ein Erbe vom Gatten. Doch die Gute Absicht dahinter mag bezweifelt werden.

„Durch den ganzen Ratgeber zieht sich ein roter Faden: Offenbar sollen Eltern, vor allem Mütter, ermuntert werden, sich doch vom Vater zu trennen, und das so früh wie möglich.“, so Hausbichler. „Sämtliche Folgen einer zunehmend vaterlosen Gesellschaft werden vor den Augen der Kinder, der Männer, Väter und der fairen Mütter in Vorarlberg kleingeredet und behübscht. Diese Landesregierung hat in ihrer Realitätsverweigerung ebenso wie in ihrem eifrigen Einsatz dafür, das Leid unter Kindern, Vätern und Verwandten zu beschönigen oder gar zu vergrößern, keine Legitimation mehr, von „Kinder in die Mitte“ zu reden oder bunt bebilderte Imagebroschüren mit fröhlichen Familien zu verteilen!“, leitet der Landesvorsitzende die Forderungen der Männerpartei an die Vorarlberger Landesregierung ein:

– Die Vorarlberger Landesregierung wird aufgefordert, den Ratgeber mit Bedauern zurückzuziehen. Vorarlbergs Familien brauchen umgehend einen neuen Ratgeber, der über die Folgen der Trennung eines Kindes von einem Elternteil und die Folgen von Kontakterschwernis und Elternentfremdung berät.

– Die Vorarlberger Landespolitik soll künftig halten, was sie verspricht: Sie soll wirklich für Familien da sein, für Kinder, Mütter und Väter gleichermaßen. Partnerschaftliche Eltern sind besonders zu unterstützen, Trennungskindern und –eltern ist zu helfen, den verlässlichen Kontakt zueinander halten zu können. Zu diesem Zweck benötigen Vorarlbergs Eltern Information, Beistand, nötigenfalls Sanktionen und eine nachhaltig familienfreundliche Arbeitswelt auch für Väter.

– AK und ÖGB sollen sofort Stellung nehmen: Warum und mit wie viel Geld unterstützen sie diesen Skandalratgeber? Warum beschäftigen Sie teure Arbeitskräfte, die sich nicht um die Aufgaben der Kammer und Gewerkschaft, der Anliegen der Arbeiter und Angestellten, kümmern?

Hinweise:
Leitfaden für Alleinerziehende auf der Seite der Landesregierung: http://www.vorarlberg.at/pdf/leitfadenfueralleinerzieh.pdf
Falls der Link von der Originalseite entfernt wurde: http://www.maennerpartei.at/sites/default/files/leitfadenfueralleinerziehende-2015.pdf

Verweis auf den Leitfaden in den „Familienpass-News“: http://www.vorarlberg.at/pdf/fp_news_maerz2015_web.pdf

Zitat aus einer Studie: 63 Prozent der jugendlichen Selbstmörder, 71 Prozent der schwangeren Teenager, 90 Prozent aller Ausreißer und obdachlosen Kinder, 70 Prozent der Jugendlichen in staatlichen Einrichtungen, 85 Prozent aller jugendlichen Häftlinge, 71 Prozent aller Schulabbrecher, 75 Prozent aller Heranwachsenden in Drogenentzugszentren und 88 Prozent aller verhaltensgestörten Kinder und Jugendlichen wuchsen laut einer Untersuchung des Schweizer Soziologen Matthias Christen ohne männliche Bezugsperson auf. (2015-04-10)

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