Sonderbarer Start des Frauenvolksbegehrens 2017

Heute, am 28. April, wurde mit einer Pressekonferenz das neue Frauenvolksbegehren gestartet. Die Männerpartei hat die Veranstaltung beobachtet.

Ganz offenbar ist das Volksbegehren bis jetzt schlecht organisiert, lässt Uneinigkeiten der Organisatorinnen vermuten, und schließlich fällt, im Gegenzug zu 1997, auf: Die Sprecherinnen haben das Wort „Gleichberechtigung“ kaum mehr benutzt. „Darum geht es dem Feminismus schließlich nicht“, so Bundesvorsitzender Hannes Hausbichler, und kommentiert weiter:

– Die Ziele des Frauenvolksbegehrens sind ja bereits in der politischen Umsetzung: Die Frauenquote im Parlament findet schon Zustimmung der ÖVP, die Umsetzung scheint Formalität. Kinderbetreuung wird ohnehin ausbaut, die Frauenquote in öffentlichen Unternehmen wird mit diesen Parteien im Parlament auf jeden Fall kommen, Kinderbetreuung wird sowieso ausgebaut, noch mehr  jetzt schon leerstehende Frauenhäuser bringen nicht einmal Feministen etwas, noch mehr Geld für Frauen fordert jetzt schon jede Partei auf ihre Weise, und so spannt sich der Bogen von erübrigten Forderungen bis zu krude wirkenden Anliegen, wie Babys nicht mehr rosa oder blau zu kleiden.

Was soll also das Volksbegehren überhaupt? In der Pressekonferenz schien ein anderes Hauptanliegen spürbar:

– Der Feminismus hat Angst, unter rechtspopulistischen Regierungen seine Posten zu verlieren. Von Gleichberechtigung war kaum die Rede, doch ständig von „Antifeministen“ – wohl den Rechtspopulisten. Dabei könnten die Feministen beruhigt sein: Der Rechtspopulismus mag eine große Klappe haben, doch für Kritik am Feminismus fehlt ihm der Mut. Nur den Feministinnen, deren Jobs und Karrieren mit ihrer Ideologie verbunden sind, wäre der Weg nach oben unter Rechtspopulisten verbaut. Die rechte Politik wird den Frauen selbst nicht schaden, sondern, wie bisher, hauptsächlich Männern

– Das Frauenvolksbegehren von 1997 hatte Glück: Im Schatten des Gentechnikvolksbegehrens waren schon über eine Million Volksbegehrensunterstützer bei den Ämtern, vielen Gentechnik-Gegnern wurde vom Beamten gleich das Frauenvolksbegehren mit zur Unterzeichnung aufgedrängt. So gesehen war das Volksbegehren 1997 schon eine Blamage: Nur jeder zweite, der bereits mit dem Kugelschreiber in der Hand dastand, ließ sich zur Unterschrift fürs Frauenvolksbegehren überreden. Daher wirken die Initiatorinnen jetzt so unsicher, diesmal entfällt dieser Vorteil.

„Natürlich werden wir das Frauenvolksbegehren beobachten, doch ein Spektakel wird es nicht werden. Bezeichnenderweise scheinen sich große Namen auf Distanz zu halten, weil sie ein Fiasko fürchten. Doch, wenn wir das Frauenvolksbegehren beim Wort nehmen, unterstützt auch die Männerpartei manche Anliegen,“ listet Hausbichler die Forderungen der Männerpartei auf:

Ökonomische Unabhängigkeit aller Menschen. Diese wird am besten dadurch realisiert, dass jeder selbst sein Einkommen durch Arbeit verdient, statt dieses durch Unterhalt von anderen abzunötigen.

Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche. Die Männerpartei propagiert seit Jahren diese Idee, jedoch nicht gegen, sondern in Kooperation mit der Wirtschaft durchgeführt. So kann ökonomische Unabhängigkeit für Männer und Frauen besser realisiert werden als durch die Zwangs-Alleinversorgerrolle für Männer.

– Geschlechtersensibler Blick der Lehrkräfte. Handlungsbedarf besteht in bubenfreundlicher Schulgestaltung und vor allem in der Bekämpfung des nachweisbaren Umstands, dass männliche Schüler für dieselbe Leistung schlechtere Noten erhalten und ihnen so ihre Zukunftschancen geraubt werden.

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