Verschont uns vor dieser Ehe – und zwar Alle!

Hannes Hausbichler, Bundesvorsitzender der Männerpartei, nimmt zur „Ehe für Alle“ Stellung: „Bitte verwehren wir lieber allen Österreichern diese Ehe, statt diesen Trümmerhaufen allen zu geben! Auf das Recht auf himmelschreiendes Unrecht können wir verzichten, und zwar alle!“ In der Sache begründet er seine Kritik am österreichischen Eherecht wie folgt:

Rechte und Pflichten von Eltern gehören nicht ins Eherecht. Eltern sind und bleiben Eltern, egal, ob sie verheiratet sind oder waren. Wer etwa immer noch der Meinung ist, nur ein verheirateter Vater hätte mehr Recht darauf, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen und mitzubestimmen, wofür sein Geld ausgegeben wird, betrachtet den Vater gar nicht als Elternteil, sondern als Passagier im Beiboot der Mutter, der jederzeit nach Belieben abgehängt werden kann.

Der Familienbegriff ist längst von der Ehe isoliert: In einem Staat, in dem Familienministerinnen meinen, Familie sei überall dort, wo sich Menschen wohlfühlten, und Politikerinnen Familie nach dem Kühlschrank, aus dem alle essen, definieren, ist Ehrlichkeit angebracht: Diese Ehe hat nichts mehr mit Familie zu tun. Die Politik hat diese Bindung längst selbst aufgelöst.

Was bleibt von der Ehe im hier und heute? Bei der staatlichen Ehe geht es nur mehr um Geld, einerseits um laufenden Unterhaltsanspruch (der sogar in aufrechter Ehe einklagbar ist) und darum, dass derjenige, der kein Geld verdient, trotzdem das halbe Vermögen besitzt, welches der andere durch Erwerbseinkommen erarbeitet hat.
Beschämend dabei ist der Umstand, dass die Republik Österreich mit der staatlichen Ehe vor allem den Männern einen potentiell existenzbedrohlichen Vertrag aufs Auge drückt, dessen haarsträubende Bedingungen seinen potentiellen Opfern nicht einmal erklärt, während jedes ähnliche, weniger üble Rechtsgeschäft mit unleserlichem Kleingedruckten jederzeit widerrufbar und gegen die Guten Sitten wäre. Gleichzeitig heuchelt die Republik Österreich den ahnungs- und hoffnungslosen Kandidaten sogar noch Romantik am Standesamt vor. Selbst Mephisto war ehrlicher, als er für seinen Vertrag warb.

Wohin führt das heutige Eherecht? Im besten Fall dazu, dass beide Partner sich gleichteilig selbst versorgen. Dann jedoch hätten wir die staatliche Ehe gleich schon bleiben lassen können. Im schlimmsten Fall lässt ein Partner das Arbeiten gegen den Willen des Anderen für immer sein und lebt von dessen Arbeitseinkommen, ob getrennt oder im Bund für das Leben, und tut sich im Scheidungsfall am durch die Arbeit des Anderen aufgebauten Vermögen gütlich.

„In einem Land mit fast 50% Scheidungsrate, einem zu geringen Erwerbsanteil von Frauen, oft überarbeiteten und gleichzeitig vom Familienleben ferngehaltenen Männern mag diese Sicht auf die Ehe fürchterlich klingen. Wirklich schlimm ist der Umstand, dass sämtliche Kritik nicht von der Hand zu weisen ist,“ so Hausbichler, der jedoch aus gut fundierter Kritik zukunftsweisende Forderungen der Männerpartei ableitet:

Die Romantische Ehe, die Worte vom Bund fürs Leben, sollen die Religionsgemeinschaften übernehmen. Der Staat hat sich für Romantik disqualifiziert.

Die staatliche Ehe, natürlich für alle, soll sich künftig nur mehr auf Namensrecht, Erbrecht sowie Auskunfts- und Mitspracherecht im Krankheitsfall des Partners beziehen. Finanzielles unterliegt grundsätzlich der Freiheit und dem Eigentumsrecht jedes Partners. Somit werden Scheidungen eine völlig konfliktfreie Formalität, den Menschen und der Republik würde viel erspart, und von diesem Geld könnten wir für die neuerdings arbeitslosen Scheidungsanwälte einen Auffangfonds für soziale Härtefälle einrichten, aus dem wir besonders die gerade einkommenslos gewordenen schmutzigen Schafe der Branche erst einmal ernähren könnten.

– Elternrechte sind zu stärken. Die Männerpartei fordert die Republik Österreich zum umfassenden Bekenntnis der Einzigartigkeit und Wichtigkeit jedes Elternteils und dazu, dass Eltern nicht austauschbar sind. Neue Partner eines Elternteils sind kein Ersatz und das Wegadoptieren durch die neue, heiße Liebe eines Elternteils darf nicht Ziel von Österreichs Familienpolitik sein.

„Wer in alten Bahnen denkt, wird der neuen Realität nicht gerecht. Die Diskussion um die „Ehe für Alle“ ist das Ergebnis eines gesellschaftlichen Umbruchs. Als Reaktion darauf ein altes, brüchiges Modell zu öffnen, an das die Republik selbst nicht mehr glaubt, ist die Denkweise von Dinosauriern. Wagen wir den Schritt nach vorne, werden wir der heutigen Zeit gerecht und denken wir mit einem neuen, klaren Bekenntnis zu Elternrechten die längst überfälligen Schritte voraus!“, schließt Hausbichler vorwärtsgerichtet ab.

Discussion (2 Comments)

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  1. Danke für diese klaren und wohldurchdachten
    Worte. Hoffentlich können diese brillianten
    Denkanstöße einmal in der Politik umgesetzt werden.Es wäre für die Elternteile,die sich ihr Recht die Kinder auch begleiten zu dürfen und nicht nur als Alimentationspflichtige gesehen werden eine
    sehr große Entlastung. Auch müsste dann die finanzielle Belastung auf beide Eltern aufgeteilt werden und damit könnte sehr viel
    Rechtsstreit vermieden werden und die
    zuständigen Behörden wesentlich entlastet.

  2. Das interessante ist ja das der Staat hauptsächlich die Frauen versorgt wissen will und sich aus der Verantwortung stielt !! Anstatt endlich die Gleichheit zu fördern und zu verlangen (was in anderen Bereichen ja sogar zum Nachteil der Männer gemacht wird) arbeitet der Staat vehement daran die ‚Frauenversorgung‘ aufrecht zu erhalten.

    Ein Beweis dafür : Der Staat will zb. zwar exakt wissen wenn ein(e) StaatsbürgerIn sich einen Kaffee kauft (Registrierkassenpflicht!) aber er hat überhaupt kein Interesse daran zu wissen wer wem wieviel Unterhalt zahlt bzw. zahlen muss !!!!!

    Aus diesem Wissen heraus wäre es ja denkbar das sich das Bild der armen Alleinerzieherinnen nicht mehr aufrecht erhalten lässt !! Das wäre eine Katastrophe für die Feministinnen, dann dann könnten diese nicht mehr weiter unverschämte Forderungen an die Männer aufstellen !!